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[Firmenname] sucht eine:n Frontend-Entwickler:in zur Verstärkung eines Tech-Teams in einem deutschen KMU. Aufgaben umfassen UI-Entwicklung, Design-System-Pflege und enge Abstimmung mit Designern, PMs und Backend.
Sie arbeiten in einem hybriden Modell (2–3 Tage vor Ort) und setzen Accessibility- sowie Performance-Standards konsequent um. Bruttojahresgehalt variiert 48–72k € je nach Erfahrung.
Bevor Sie die Stellenausschreibung schreiben, klären Sie drei Fragen. Sie entscheiden, welches Profil Sie tatsächlich suchen, und vermeiden die häufigsten Fehler bei Frontend-Einstellungen im deutschen KMU.
Frage 1: Frontend-Spezialist:in oder Fullstack mit Frontend-Färbung? Frontend-Spezialist:innen bringen Tiefe in UI-Architektur, Design-System-Pflege, Accessibility und Performance; Fullstack-Profile bringen Breite über Frontend und Backend, aber selten dieselbe Tiefe in komplexer UI. In Tech-KMUs mit weniger als 8 Entwickler:innen ist Fullstack oft die effizientere Wahl. Eine echte Frontend-Spezialist:innen-Rolle lohnt sich, sobald das Produkt eine komplexe UI hat (Workflow-Tools, Datenvisualisierung, Drag-and-Drop, Editor-Funktionalität), ein Design-System aktiv gepflegt werden muss oder Accessibility und Performance verbindliche Anforderungen sind (BFSG-betroffenes B2C-Produkt, SEO-getriebenes Geschäft). Bei Unsicherheit: lesen Sie die Fullstack-Vorlage parallel; wenn das Profil Frontend dort dominiert, brauchen Sie keine eigene Spezialist:innen-Rolle.
Frage 3: Wie wichtig sind Accessibility und Performance in Ihrem Produkt? In einem B2C-Produkt unter BFSG-Pflicht (E-Commerce, Banken, Telekommunikation, E-Books, Personenverkehr) ist Accessibility seit Mitte 2025 rechtlich verbindlich; ohne ein Profil mit echter Accessibility-Praxis riskieren Sie Klagen und Nacharbeit. In SEO-getriebenen B2B-Produkten (Lead-Generation, Inhalts-Marketing) ist Performance direkt CTR- und Conversion-relevant. In internen Tools mit kleinem geschlossenen Nutzerkreis sind die Bars niedriger, aber nicht null. Klären Sie die reale Anforderung vor der Ausschreibung: Wenn beide hoch sind, beschreiben Sie konkret die erwartete Praxis (axe-Audits, Lighthouse-Budgets, Tastatur- und Screenreader-Tests); sonst filtern sich die Profile aus, die echtes Können in diesen Bereichen mitbringen.
Wenn alle drei Antworten auf eine:n Frontend-Spezialist:in in Vollzeit (und nicht auf eine:n Fullstack oder Tech Lead) deuten, gehen Sie zur Vorlage weiter unten.
[Firmenname], B2B-KMU [Branche] mit Sitz in [Stadt], [X] Mitarbeitende, [X] Mio. € ARR, sucht eine:n Frontend-Entwickler:in zur Verstärkung eines Tech-Teams von [X] Entwickler:innen.
Sie entwerfen, entwickeln und pflegen die Benutzeroberfläche unseres Produkts ([Single-Page-App / Multi-Page-Web-App / Mischform]), eigenständig auf bekannten Themen und in Abstimmung bei strukturierenden Entscheidungen. Sie berichten an die [Tech Lead / CTO / Technische Geschäftsführung].
Festgehalt, brutto pro Jahr
Bruttofixgehalt pro Jahr für eine:n Frontend-Entwickler:in auf Mid-Level (3 bis 6 Jahre Berufserfahrung) im deutschen KMU oder Mittelstand. Berlin, München und Hamburg im SaaS-/Scale-up-Umfeld ziehen nach oben (68-85 k€), klassischer Mittelstand und Provinzstandorte tendenziell nach unten (44-54 k€). Moderner Stack (React oder Vue mit TypeScript, gepflegtes Design-System, Performance- und Accessibility-Praxis) zieht nach oben; Legacy-Stack (klassisches jQuery, AngularJS, ältere CMS-Frontends) zieht nach unten. Engineering-Rollen in Deutschland haben in der Regel keinen variablen Vergütungsanteil; Scale-ups bieten ergänzend VSOP/ESOP.
Eine Stellenausschreibung, die React, Node, Postgres, Kubernetes und Docker im selben Profil verlangt, beschreibt keine Frontend-Rolle, sondern eine Fullstack-Rolle. Echte Frontend-Spezialist:innen filtern sich aus, weil sie wissen, dass sie an Backend-Themen nicht ernsthaft beitragen werden. Wenn Sie wirklich Tiefe in Frontend (Design-System-Pflege, Performance, Accessibility, komplexe Interaktionen) brauchen, schreiben Sie die Rolle als Frontend-Rolle aus und beschränken Backend-Erwartungen auf das Lesen einer API und das Schreiben gelegentlicher Glue-Layer. Brauchen Sie Fullstack, nutzen Sie die entsprechende Vorlage.
Ein:e Top-Absolvent:in einer renommierten Hochschule mit 2 Jahren bei einem DAX-Konzern oder einer Big-Tech-Niederlassung ist nicht automatisch produktiver als ein:e Autodidakt:in mit 5 Jahren Produktionspraxis in einem Startup oder KMU. Große Strukturen liefern ihren Frontend-Entwickler:innen klare Specs, dedizierte Design-System-Teams und solides Tooling; im KMU fehlt dieses Gerüst meist, und die fehlende Autonomie wird zur Belastung. Gewichten Sie das technische Praxisinterview und die System-Design-Übung stärker als das Pedigree im Lebenslauf.
Ein:e Frontend-Entwickler:in im KMU muss fast nie einen Graph-Algorithmus optimieren oder eine Trie-Datenstruktur neu implementieren. LeetCode-artige Aufgaben bevorzugen akademische Profile zulasten der operativen (die eine vollständige Komponente in Eigenverantwortung liefern können). Bevorzugen Sie Aufgaben, die dem Tagesgeschäft ähneln: eine Komponente um eine Funktion ergänzen, einen Performance-Hotspot identifizieren, einen Accessibility-Fehler beheben.
Eine Take-Home-Aufgabe mit 8 oder mehr Stunden nimmt in Wirklichkeit 24 Stunden in Anspruch (mit emotionalem Investment in Styling und Feinschliff). Das motiviert die besten Profile (die parallel andere Optionen haben) nicht und liefert kein besseres Signal als eine gut konstruierte Aufgabe von 2-3 Stunden. Messen Sie die Qualität der Argumentation, nicht die Vollständigkeit. Begrenzen Sie die erwartete Zeit explizit und akzeptieren Sie unvollständige, aber gut begründete Lösungen, idealerweise mit einer kurzen README zu den getroffenen Entscheidungen.
Stellenausschreibungen und Vertragsdokumente müssen geschlechtsneutral formuliert sein (§ 11 AGG). Konkret: Frontend-Entwickler (m/w/d) oder Frontend-Entwickler:in sind zulässig, Frontend-Entwickler (m/w) reicht nicht aus. Verstöße können Entschädigungsansprüche bis zu drei Monatsgehältern auslösen.
Im klassischen IT-KMU sind Tech-Rollen meist nicht tarifgebunden, die freie Vereinbarung ist möglich. Achten Sie aber auf branchenspezifische Ausnahmen: in der Metall- und Elektroindustrie (z.B. interne Tech-Teams eines Maschinenbau-Unternehmens), in Versicherungen und im öffentlichen Sektor (TVöD/TV-L) können Tarifverträge Mindestgehälter, Arbeitszeit und Kündigungsfristen verbindlich festlegen. Vor der Vergütungsfestlegung den anwendbaren Branchen-Tarifvertrag prüfen.
Das BFSG verpflichtet seit dem 28. Juni 2025 viele B2C-Anbieter (E-Commerce, Banken, Telekommunikation, E-Books, Personenverkehrsdienste) zu barrierefreien digitalen Produkten nach EN 301 549 (WCAG 2.1 Level AA). Auch wenn Ihr Produkt formal außerhalb des Pflichtbereichs liegt, breitet sich die Erwartung auf B2B-Tools und interne Anwendungen aus. Beschreiben Sie in der Stellenausschreibung konkret, welche Accessibility-Praxis (axe-Audits, Tastatur-Tests, Screenreader-Smoketests) im Team erwartet wird; Profile mit echter Accessibility-Erfahrung filtern sich sonst aus.
Die EU-Richtlinie 2023/970 zur Entgelttransparenz war bis zum 7. Juni 2026 in nationales Recht umzusetzen. Sie verlangt: Die Gehaltsbandbreite muss spätestens vor dem ersten Vorstellungsgespräch kommuniziert werden, idealerweise direkt in der Stellenausschreibung. Die Frage nach dem aktuellen oder vorherigen Gehalt der Bewerbenden ist danach verboten.
Wenn Sie ein KI-Tool zur Vorauswahl oder zum Scoring von Bewerbungen einsetzen, klassifiziert der EU AI Act (seit 2. August 2026 anwendbar) diesen Anwendungsfall als hochriskant. Pflichten: Transparenz gegenüber den Bewerbenden, Logging der Entscheidungen, effektive menschliche Aufsicht. Eine vollautomatisierte Ablehnung ohne menschliche Aufsicht löst Haftung des Arbeitgebers aus.